Integration passiver Bauelemente sowie
wegen der großen Zuverlässigkeit der Keramikauch unter
extremen Umgebungsbedingungen große Potenziale u. a. für
die Herstellung von Mikrosystemen, intelligenten Sensoren und Multikomponent-Modulen
für die Kommunikationstechnik und Automobilelektronik.
Aufgrund von lokalen Schwindungsunterschieden während des
Sinterns wird es mit zunehmender Größe der LTCC-Schichtverbunde
aber immer schwieriger, die für die automatische Fertigung
mit modernen Verbindungtechniken für IC´s (z. B. Flip
Chip) erforderliche präzise Positionierung der vertikalen metallischen
Strukturen (Vias) über die gesamte Oberfläche der gesinterten
LTCC-Laminate zu gewährleisten. Benötigt wird deshalb
eine Sintertechnologie bei der die Schwindung in lateraler (x-y)
Richtung verhindert wird.
Das diesem Projekt zugrunde liegende neue Zero Shrinkage- Konzept
basiert auf Schichtverbunden aus zwei unterschiedlich zusammengesetzten
LTCC-Folien (für innere und äussere Lagen), die deutlich
verschiedene Sintertemperaturen aufweisen. Beide Folien in diesem
Schichtverbund erfüllen somit sowohl beim Sintern als auch
in der Anwendung spezifische Funktionen. Eine Substratoberfläche
(die Aussenlage) sollte für LTCC-Anwendungen dünnfilmprozessierbar
ist, die Innenlage dagegen die Refiringstabilität des Verbundes
übernehmen.
Ausgehend von der Entwicklung geeigneter Gläser für die
glaskeramischen Kompositwerkstoffe wurden mehrere Werkstoff-Varianten
für die äußeren Folienlagen entwickelt und erfolgreich
erprobt. Der wesentliche Zielparameter für die Innenfolien
war eine niedrige Sintertemperatur sowie das Erzielen einer möglichst
vollständigen Kristallisation der Glasphase des Werkstoffs,
wodurch die Refiringstabilität der inneren Lagen des zu erzeugenden
Schichtverbundes zu gewährleisten war. Varianten beider Werkstofftypen
(für innere und äußere Folienlagen) wurden zur Herstellung
von Multilayern mittels LTCC-Technologie verarbeitet. Die Außenschicht
ist durch eine sehr geringe Korn- und Porengröße sowie
eine glatte Brennhaut gekennzeichnet. Daraus resultiert die erforderliche
geringe Rauheit und die angestrebte Dünnfilmprozessierbarkeit.
Es wurden Schichtverbunde erzielt, bei denen die laterale Schwindung
bis auf 1% gesenkt werden konnte.
Partner im Projekt sind die BAM-Fachgruppe V.4 und die Firmen W.C.
Heraeus, Siegert TFT und VIA electronic. Das Projekt wird vom BMWA
gefördert. |